Geschichte der Poppys / l'histoire des Poppys
1946 wurde in Asnières,
einer Vorstadt von Paris, der Chor „Die kleinen Sänger der Ile der France“
gegründet, aus dem die Poppys hervorgegangen sind.
Unter der Leitung von Jean Amoureux orientierte sich dieser Chor schnell an einem neuen, rhythmischen und lebendigen Stil, der erste Erfolge und einige Bekanntheit brachte: So die Sendung „Ihr seid super“ des Senders Europe 1, der Wettbewerb „Goldener Engel“ von RTL, die Fernsehsendungen „Poly“ und „Sébastien“, Aufnahmen mit Chansongrößen wie John William, Isabelle Aubrey, Nana Mouskouri, Fernand Raynaud, France Gall, Michel Legrand, Sacha Distel, Marcel Amont, Lenny Kuhr, Mireille Mathieu usw...
Es ist natürlich auch genau dieser Chor, an den sich Eddie Barclay im Oktober 1970 wendet, als er eine kleine Kindergruppe groß herausbringen möchte, die sehr rhythmische Lieder mit aktuellen Texten bis hin zum Protest singen soll... „Populäre“ Musik, also „Pop“, gesungen von Kleinen, deren Verkleinerungswort „Ys“ ist – der Titel „Poppys“ ist gefunden!
Der Triumph beginnt mit dem Dezember 1970, als die erste Single mit „Noël 70“ („Weihnachten 70“) und „Non, je ne veux pas faire la guerre“ („Nein, ich will keinen Krieg machen“) erscheint; Europe1, RTL und dann das Fernsehen strahlen die Lieder der Poppys aus.. Bald sind sie an der Spitze der Hitparaden. Im Frühjahr 1971 werfen sie alle Prognosen in der Musikwettbewerbssendung von Guy Lux durcheinander – und die Instrumente zum Messen der Beifallsstärke überstehen es nicht!
Mit ihrer zweiten Single „Non, rien n’a changé“ („Nein, es hat sich nichts geändert“) und „Isabelle, je t’aime“ („Isabelle, ich liebe dich“) lassen die Poppys die Million hinter sich und gewinnen ihre erste goldene Schallplatte.
Bald darauf fordern die ausländischen Fernsehstationen die Poppys zu sich: Belgien, Deutschland, Holland... Im letztgenannten Land ist die Begeisterung und Schwärmerei der Jugendlichen für die Poppys dermaßen groß, dass die Plattenverkäufe die der Beatles übertreffen! Überall bilden sich Fanclubs und die goldenen Schallplatten häufen sich an...
Aber offensichtlich haben die Poppys ein großes Handicap: Zunächst einmal gehen sie wie alle Kinder zur Schule, was ihre Auftrittsmöglichkeiten enorm einschränkt, und dann werden sie wie alle Jungen, die singen, eines Tages vom Stimmbruch erwischt und müssen sich „erneuern“.
Seit 1970 werden die
Aufnahmen fortgesetzt... die Schwelle von 4 Millionen Schallplatten wird
durchbrochen... Konzerte in Frankreich und durch das Ausland folgen: Holland,
Bundesrepublik Deutschland, Belgien, Italien, DDR,
Kanada empfangen sie... und
jedes Jahr stürzt sich eine neue Generation von Poppys in das große Abenteuer
und singt neue Titel. Wie ihre ehemaligen Sänger, von denen viele der Gruppe
als Instrumentalisten oder Backgroundsänger treu bleiben, singen sie mit dem
gleichen Enthusiasmus über die großen Themen der Jugend und über ihre
Vorstellung einer Welt, die morgen die ihre sein wird.
Mit den Gagen der Poppys kauft die Gesellschaft ein Terrain in der Perche (Region im Westen des Pariser Beckens) für die Ferien aller kleinen Sänger.
Die achtziger Jahre sehen die Sänger aus Asnières auf den Bühnen der großen Säle: im Olympia mit Enrico Macias, dann mit Gilbert Bécaud..., aber auch im Bobino und im Casino de Paris...Sie hauchen auch auf Wunsch des Präsidenten den Weihnachtsbäumen im Elyséepalast und dann dem des Pariser Rathauses an der Seite des Bürgermeisters Leben ein...
Im Jahre 1983 wird nach dem Bild von „Abba“ eine neue Gruppe gegründet: „ABBACADABRA“. Ihr Erfolg wird durch einen goldene Schallplatte für das Album „LP 30“ konkret.
1984/85 nehmen einige Kinder an der Aufführung „Hurra Papa“ an der Seite von G. Guétary, J. Balutin und L. Badie teil.
1987/88: Riesenerfolg
mit dem Lied „Il faudra leur dire“ („Man muss ihnen sagen“) von Francis
Cabrel und noch eine goldene Schallplatte! Und dann zahlreiche Aufnahmen und
Fernsehauftritte mit Mireille Mathieu, Nana Mouskouri, Enrico Macias, Gilbert
Montagné und Michel Lebb sowie
die Gründung der Gruppe „New Poppies“ (Mit dem Lied „Trop besoin
d’espoir“- „Sehr viel Hoffnung nötig“). Ist dieses ständige
Wiederauferstehen der „Chanteurs d’Asnières“ („Sänger aus Asnières“)
nicht ein wunderbares Symbol? Wie sagte Michel Drücker zu ihnen: „Ihr habt
viel Glück, denn ihr seid die einzigen Stars, die nicht altern!“
In den neunziger Jahren wurde erneut eine Platte eingespielt, diesmal unter dem Namen „Mercredi Libre“ („Freier Mittwoch“). Besonders gelungen ist der Titelsong "Commandant de la Calypso" .
1999 ging die Tournee nach Tahiti, im Sommer 2000 nach Guadeloupe.
Im Juni 2000 sangen die Poppys einen aktuellen Song beim großen „Fest der Tiere“ („Fête de l’animal“).
In den Jahren 2000 - 2008 gab es wieder die jährlichen Galakonzerte in Asnières.
2005 gab es einen Riesenhit mit Jonny Hallyday: "Mon plus beau Noël"
2006 gab es einen Hit mit Yannick Noah: "Aux arbres citoyens"
2008 fand eine Tournee durch die Bretagne statt. Am 2. September starb Jean Amoureux, der der geniale musikalische Leiter des Chores war. Er bleibt unvergessen!
Die Galakonzerte 2009 finden am 28. und 29. November statt.
Letzte Aktualisierung: 10.10.2009